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Dominikanermuseum Rottweil: digitale Stationen und ein Ausgrabungsspiel

Seit 2022 digitale Stationen für Schulklassen mit dem Makerspace vspace.one, 2026 ein 3D-Ausgrabungsspiel und Rekonstruktionen aus Museumsfotos.

Die Spielstation

  • Intro-Film zur Spielstation, mit Claude erstellt, mit Ton.
  • Startbildschirm von „Flavius und die Scherben“: Scherben des Gesichtsgefäßes liegen im Sand eines Grabungsschnitts.Spiel öffnen
    Version 1 im Browser: Scherben zusammensetzen, Fehlstellen mit dem Zauberpinsel schließen, Urkunde als Bild speichern. Deutsch oder Englisch, mit Ton, lädt rund 30 MB.
  • Graben, einen Fund bergen, Scherben kleben und am Ende das zusammengesetzte Gefäß.

Rekonstruktionen aus Museumsfotos

  • Drei Frontansichten eines römischen Tongefäßes mit aufgesetztem Gesicht: Foto mit Rissen, 3D-Scan mit denselben Rissen, restaurierte Fassung ohne Risse.
    Gesichtsgefäß von vorn, aus derselben Blickrichtung: links das Foto des Museums, in der Mitte der 3D-Scan im Fundzustand aus 113 Fotos, rechts die digital restaurierte Fassung mit geschlossenen Rissen. Die großen Fehlstellen liegen auf der Rückseite. Die Restaurierung ist eine Interpretation.
  • 3D-Scan des römischen Gesichtsgefäßes im Fundzustand, frei drehbar.

    3D-Ansicht benötigt JavaScript.

    Die Proportionen sind gemessen, die Höhe von 18 cm ist geschätzt.
  • Links Foto eines Glasbechers mit Zapfenbuckeln und ausgebrochenem Fuß, rechts das 3D-Modell aus derselben Blickrichtung.
    Becher mit Zapfendekor: links das Foto des Museums, rechts die Rekonstruktion aus derselben Blickrichtung, mit 154 aus den Fotos ausgezählten Buckeln und dem vermessenen Bruch der Fußplatte. Wandstärke und Innenform sind angenommen.

Ergebnis

Laut Projektseite des Museums stehen drei der sechs Digitalstationen zum Ausprobieren bereit, die fünfte zur Archäologie ist noch in Konzeption. Beim Abschluss von „Museen im Wandel III“ in Stuttgart stellten die Museumsleiterin und ich das Projekt gemeinsam vor. Die MFG stellte das Vorgehen bei einer Herbsttagung des Museumsverbands Baden-Württemberg als Erfolgsrezept vor. Aus dem Jahr 2026 stammen zwei spielbare Fassungen der Spielstation, drei 3D-Modelle aus Museumsfotos und eine druckfertige Datei eines Tonhahns. Die Spiele sind in Deutsch, Englisch und Französisch vertont und im Browser getestet. Offen ist noch der Test auf einem echten Raspberry Pi 5.

Ausgangslage

Im März 2022 erhielt das Dominikanermuseum Rottweil die Zusage für „Museen im Wandel III“, ein Programm des Kunstministeriums Baden-Württemberg, in dem die MFG Baden-Württemberg die Museen mit Coachings begleitet. Im Projekt „Römisches Rottweil – Digital nach Arae Flaviae“ sollten digitale Stationen für 6. Klassen in der Römer-Abteilung entstehen. Offen war, wie sich die Ideen technisch umsetzen lassen, ohne die Inhalte zu vernachlässigen. Unterstützung dafür suchte das Museum beim Makerspace vspace.one in Villingen. Später sollte eine Themenstation „Ausgrabung“ dazukommen. Laut Konzept für die Museumsleitung sollte sie auf einem Raspberry Pi mit Touchdisplay laufen und die archäologische Methode zeigen, nicht die Schatzsuche. Das Spiel richtet sich vor allem an Kinder unter 12 und soll ohne Erklärung verständlich sein. Als Vorlage schickte das Museum Fotos von drei Objekten: ein römisches Gesichtsgefäß aus Ton sowie ein Vierkantfläschchen und einen Becher mit Zapfendekor aus Glas.

Was gebaut wurde

Das Projekt mit dem Dominikanermuseum Rottweil hat zwei Phasen.

Digitale Stationen für Schulklassen (seit 2022). Im Rahmen von „Museen im Wandel III“ entwickelt das Museum digitale Stationen für 6. Klassen in der Römer-Abteilung. Seit November 2022 arbeiten Mitglieder des Makerspace vspace.one daran mit. Ich bin von Anfang an Projektleiter auf Seiten von vspace.one. Das Museumsteam bringt Inhalt und Ablauf ein, vspace.one die technische Umsetzung. Die Münzstation, an der Schülerinnen und Schüler mit einer Anwendung des vspace.one-Teams eigene Münzen gestalten, wurde die erste öffentlich nutzbare Digitalstation der Römer-Abteilung. Weitere Stationen behandeln das Orpheus-Mosaik mit Szenen vor dem Greenscreen, Militär und Kastell, den Handel im Römischen Reich und das Leben im Lagerdorf, wo Besucher selbst einen Stop-Motion-Film drehen. Bei einem Schülertest, der auch Tipps für die fünfte Station zur Archäologie lieferte, kam ein von vspace.one erstelltes Demo einer virtuellen Ausgrabung zum Einsatz. Erprobt wurde ab Dezember 2022 mit Schulklassen, später auch öffentlich.

Die Spielstation „Ausgrabung“ (2026). Für die Themenstation „Ausgrabung“ habe ich 2026 mit Claude Code ein Spiel gebaut. Ausgangspunkt ist eine Tatsache der Archäologie: Meist findet man nur Scherben. In Version 1, „Flavius und die Scherben“, setzen Kinder ein römisches Gesichtsgefäß aus seinen echten Bruchstücken zusammen. Das Gefäß spricht selbst als „Flavius“ und hilft gestaffelt, wenn ein Kind nicht weiterkommt. Eine Runde ist auf 5 bis 10 Minuten angelegt. Version 2, „Die große Ausgrabung“, ist auf etwa 30 Minuten angelegt: graben, jeden Fund mit Fähnchen und Fundzettel dokumentieren, danach in der Werkstatt restaurieren. Statt einer Rangliste gibt es ein bis drei Sterne. Beide Fassungen laufen ohne Build-Schritt im Browser und sind für einen Raspberry Pi 5 mit Touchscreen ausgelegt. Version 1 können Sie hier im Browser spielen, auf Deutsch oder Englisch.

3D-Rekonstruktionen aus Museumsfotos. Aus Fotos des Museums entstanden Modelle von drei Objekten: dem Gesichtsgefäß, einem Glasfläschchen und einem Becher mit Zapfendekor. Für jedes Modell ist festgehalten, was gemessen, was abgeleitet und was angenommen ist. Die Vergleichsbilder oben zeigen Foto und Modell aus derselben Blickrichtung. Die Modelle sind zugleich die Fundstücke im Spiel.

Ein Hahn für den 3D-Druck. Eine kleine Hahn-Figur aus Ton wurde aus fünf Fotos als druckfertige STL-Datei aufgebaut. Die Umrisse des Modells stimmen je Ansicht zu 87 bis 94 % mit den Fotos überein. Im Spiel liegt der Hahn ebenfalls als Fund im Boden.

Die Stationen seit 2022 sind Gemeinschaftsarbeit des Museumsteams und mehrerer Mitglieder von vspace.one. Spielstation, 3D-Modelle und Hahn entstanden 2026 mit Claude Code: Code, Scherben-Pipeline, 3D-Aufbereitung und Texte. Ich habe dabei die Entscheidungen getroffen, gespielt, Rückmeldungen gegeben und nachbessern lassen. Version 2 ist online nicht öffentlich zugänglich. Den Projektverlauf seit 2022 dokumentiert das Museum auf seiner Projektseite zu „Museen im Wandel“.

Entstehungsschritte

Alle 7 Schritte ansehen
  1. Digitale Stationen mit vspace.one (seit 2022)

    Raspberry Pi3D-DruckGreenscreen

    Ab November 2022 trafen sich Mitglieder von vspace.one regelmäßig mit dem Museumsteam, im Makerspace, im Museum und bei einem Hackathon. Entstanden sind unter anderem eine vom vspace.one-Team programmierte Anwendung zur Münzgestaltung, ein Greenscreen-Aufbau mit datenschutzkonformer Übertragung der Ergebnisse, eine Lösung für das Timing an den Stationen und römische Bauwerke aus dem 3D-Drucker als Kulisse für Trickfilme. Im Juli 2023 führte vspace.one das Museumsteam in KI-Werkzeuge wie Midjourney, ChatGPT und D-ID ein, als Grundlage für Avatare, die an den Stationen begrüßen. Getestet wurde laufend mit Schulklassen und öffentlich.

  2. 3D-Modelle aus den Museumsfotos (2026)

    Claude CodeCOLMAPOpenMVSPythonBlender

    Das Gesichtsgefäß entstand als Photogrammetrie-Scan aus 113 Fotos, dazu eine digital restaurierte Fassung. Klares Glas lässt sich so nicht scannen. Fläschchen und Becher wurden deshalb aus ihren Umrissen in den Fotos rekonstruiert. Der Maßstab ist abgeleitet: beim Fläschchen aus einer Inventarnummer (± 15 %), beim Becher aus einem Bleistift im Bild (± 5 %). Jedes Objekt gibt es als Web-Modell, für AR auf dem iPad und als STL für den 3D-Druck.

  3. Hahn für den 3D-Druck (2026)

    Claude CodeBlenderPython

    Aus fünf Fotos einer kleinen Hahn-Figur aus Ton wurde ein geschlossenes Druckmodell, 50 mm hoch. Die Federlinien sind aus den Fotos als echte Rillen eingeschnitten, Fuß, Schnabel und Zehen wurden nachgeschärft. Alles lief lokal, die Fotos verließen den Rechner nicht.

  4. Spiel v1: „Flavius und die Scherben“

    Claude Codethree.jsPython

    Kinder setzen das Gesichtsgefäß aus 5, 9 oder 14 Scherben wieder zusammen. Die Scherben folgen dem echten Rissnetz des Scans. Danach schließt ein Zauberpinsel die Fehlstellen. Zum Schluss gibt es eine animierte Urkunde mit Vornamen, die Eltern per QR-Code aufs Handy laden.

  5. Spiel v2: „Die große Ausgrabung“

    Claude Codethree.jsBlender

    Eine längere Fassung: Schicht für Schicht graben mit Spaten, Kelle und Pinsel. Im Boden liegen das Fläschchen, der Becher, der Hahn, Scherben des Gesichtsgefäßes und Beifunde wie Nagel oder Kronkorken. Wer zu grob gräbt, beschädigt Funde. In der Werkstatt wird geklebt, gereinigt, gegipst und retuschiert.

  6. Vertonung in drei Sprachen

    ElevenLabsWhisperPython

    Stimme, Geräusche und Musik wurden mit ElevenLabs erzeugt, in Deutsch, Englisch und Französisch. Die Stimme wurde aus drei Hörproben gewählt. Jede Sprechzeile wurde per Spracherkennung gegengeprüft und auf eine einheitliche Lautstärke gebracht.

  7. Station auf dem Raspberry Pi 5

    Raspberry Pi 5PythonChromium

    Ein kleiner Server liefert das Spiel im Kioskmodus aus und betreibt ein eigenes Offline-WLAN für die Urkunden. Vornamen stehen nur in der Urkunde und werden nach 24 Stunden gelöscht. Die Statistik ist anonym.

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